Willkommen in Altona!

Willkommen in Altona – Von Optimismus und sozialem Engagement zugunsten der Flüchtlinge in Hamburg.

Der Begriff ‚Krise‘ bedeutet in seinem altgriechischen Ursprung Meinung, Beurteilung, Entscheidung und meint eine Situation, deren weiterer Verlauf sich an einem Wendepunkt befindet, der sich zum Guten, aber auch zum Schlechten entwickeln kann.

So gesehen ist es schon zutreffend über die Massenflucht von Menschen aus den Kriegsgebieten in die EU und nach Deutschland als Krise zu sprechen: ob diese Krise eine gesellschaftliche Bedrohung oder Chance darstellt, ist dabei offen und letztlich eine Frage von Meinungen, Beurteilungen und Entscheidungen.

Schaffen wir das?

Die große Herausforderung dieser Krise ist, dass handfeste und übergroß erscheinende Probleme vor unserer Haustür bewältigt werden müssen, ohne auf deren Entstehung, deren Ausmaß und deren Dynamik irgendeine Form von Einfluss haben. In meiner zehnjährigen Arbeit in der Kommunal- und Landespolitik ist dies eine politische Aufgabe in so noch nicht da gewesener Größenordnung. Es geht um nichts weniger als die Frage, ob die Gesellschaft, die Öffentlichkeit und das politische System dem klar formulierten Anspruch „Wir schaffen das!“ humanitär, politisch und organisatorisch gerecht werden kann. Die Antwort auf diese Frage muss vor allem hier vor Ort und von den hier lebenden Menschen gegeben werden. Angesichts dieser Aufgabe darf einem schon mal bange werden.
Die SPD-Altona versucht einen Beitrag zur Bewältigung der mit der Aufnahme von Geflüchteten verbundenen Probleme zu leisten, indem sie möglichst viele Altonaer Helfer und Helferinnen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik zusammenbringt, diese gegenseitig vernetzt und einen fachlichen Austausch ermöglicht. „Willkommen in Altona!“ lautet daher das Motto einer Konferenz-Reihe, die ein Forum bieten will für die Altonaerinnen und Altonaer, die sich aktiv für eine gelungene Integration von geflüchteten Menschen in den Bezirk einsetzen, sowie für die Menschen, die hier Zuflucht gefunden haben. Denn für die Lösungen der Probleme, die auf die Aufnahme geflüchteter Menschen folgen, wird auch die Bereitschaft, Kreativität und Tatkraft der Betroffenen selbst benötigt.

Optimisten sind gefragt!

Gleichzeitig will die SPD Altona ein optimistisches Zeichen setzen im Ringen um die Meinungshoheit in der öffentlichen Debatte über die Auslegung der „Flüchtlingskrise“! Denn Optimismus ist ein hohes gesellschaftliches und politisches Gut! Und Aufgabe der Politik ist es immer auch, Optimisten zu bestärken und zu unterstützen. Ein wichtiges Anliegen der Konferenz-Reihe „Willkommen in Altona!“ ist es daher, positive Beispiele gesellschaftlicher Problembewältigung und gelungener Integration herauszustellen.

Da sind zum Beispiel die Begründer und Betreiber der ehemaligen Kleiderkammer in den Messehallen, die sich jetzt Hanseatic Help nennt und binnen kürzester Zeit eine hochprofessionelle Organisation aus dem Nichts heraus entwickelt hat. Hanseatic Help erinnert eher an ein dynamisches Startup, als an eine wohltätige Einrichtung: hier werden kreative Problemlösungen erarbeitet, internationale Kontakte geschlossen, sowie neues Wissen und Kompetenzen entwickelt. Und damit ist Hanseatic Help nicht alleine: die Krise stellt auch eine Initialzündung dar für ein gesellschaftliches Social Entrepreneurship in Bereichen wie Logistik, Bildung, Integration usw.

Hilfestellung im hochkomplexen Hamburger Wohnungsmarkt gibt die „Wohnbrücke“ – eine Initiative zweier Hamburgerinnen, die vor ca. 1 ½ Jahren die Idee hatten, Wohnungssuchenden buchstäblich Türen zu öffnen, indem sie unbefristete Mietverträge für diese aushandeln. Mittlerweile ist das Projekt über ganz Hamburg verteilt und es konnten etlichen Menschen aus den Flüchtlingsunterkünften dauerhafte Wohnungen besorgt werden.

Da sind aber auch die Menschen aus Afghanistan oder Syrien, die hier einen aktiven Beitrag zu ihrer neuen Gesellschaft leisten wollen:

Sahir aus Afghanistan will sich politisch in Hamburg engagieren. Dabei will sie sowohl ihr akademisches Wissen (sie studiert European Studies) als auch ihre eigenen Flucht-Erfahrungen einsetzen, um die Integrationsbedingungen, speziell für geflüchtete Frauen, zu verbessern.
Kawa aus Syrien lebt seit 18 Monaten in Deutschland. In Syrien hat er vor seiner Flucht Jura studiert. Sein Wunsch: Polizist in Hamburg werden!
Mustafa hat ebenfalls in Syrien Jura studiert und wünscht sich, diesen Beruf irgendwann in Deutschland ausüben zu können.

Vater und Sohn Alquanbre aus Syrien haben nach acht Monaten schon einen Platz in der Gesellschaft gefunden: Durch die Unterstützung des Hamburger Konservatoriums kann insbesondere Vater Alquanbre seine Musikalität leben, begleitet von Sohn Aladin, der zurzeit für ein Studium in Hamburg ist.

Ärmel hochkrempeln

Auch wenn man nicht die Augen vor den handfesten Problemen oder subjektiv gefühlten Ängsten durch die massive Zuwanderung verschließen darf, ist es politisch enorm wichtig, immer und immer wieder auch die Chancen zu benennen und die Erfolgsgeschichten zu erzählen und damit denjenigen den Rücken zu stärken, die optimistisch sind, die Ärmel hochkrempeln und Ideen und Lösungen entwickeln, damit wir dem Anspruch „Wir schaffen das!“ auch tatsächlich gerecht werden können.

Der Autor

Sebastian Jahnz arbeitet seit über zehn Jahren für die SPD zunächst im Bezirk Altona, inzwischen in der Landesorganisation. Als gebürtiger Rheinländer hat er in der Hansestadt eine neue Heimat gefunden.

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